Am 18. August 1993 brannte die nostalgische Kapellbrücke über der Reuss bis auf die Grundmauern nieder, das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt Luzern verschwand ich Staub und Rauch. Von den Flammen wurden einzig der Wasserturm und die beiden Enden mit den Treppen verschont, die berühmten Bilder des Teufels verbrannten kläglich. Auch siebzehn Jahre später erinnern sichtbare Spuren an der Brücke vom tragischen Erreignis in dieser Sommernacht und werden zum beliebten Motiv für Touristen. Ich selbst war damals gerade mal sieben Jahre alt und durfte mit meinem Vater (Dokuteam Feuerwehr Luzern) die verbrannte Brücke hautnah bestaunen und musste mit Tränen abwischen. Die Ultras des FC Basel scheint dies gänzlich wenig zu interessieren, sie haben an diesem schlimmen Ereignis ihren besonderen Gefallen gefunden und verwenden dieses gerne für die Choreos an Spielen gegen den FC Luzern.
[Galerie nicht gefunden]Bereits zum fünften Jahrestag erlaubten sich die Fans eine tolle Aktion und provozierten mit einem Transparent im Stadion die anwesenden Luzerner Fussballfans; “Brennt die Brücke nieder und die Mannschaft gleich mit” – war darauf in den Basler Farben zu lesen. Als zum zehnten Jahrestag wurden die Provokation der Basler wesentlich härter und um einiges gefährlicher für die Rot-Blauen Fans. Einige Ultras stürmten trotz Polizeisperre vermumt auf die Kapellbrücke, zündeten verschiedenste Petarden und rollten ein Transparent mit dem Spruch “Die Brücke brennt wieder” aus. Bis heute ist es um das Thema etwas ruhiger geworden, nicht mal zum 15-Jährigen “Jubiläum” zeigten die Basler eine Choreo mit diesem Thema. In einem Spiel letzten Sommer zeigten die Basler wieder einmal ihre gesamte Kreativität, in einem kleinen Theater steckte der “Basler Fährii Maa” die Kapellbrücke in Brand und amüsierte sich prächtig darüber. Anlässlich meiner Aufräumaktion auf meiner externen Festplatte sind die verstaubten Bilder des Schauspiels wieder ans Tageslicht gerückt. Die Choreo ist wirklich gelungen und ist toll anzusehen, wenn da nur nicht der geschichtliche Hintergrund und das abbrennen von Pyros wäre.
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Trotz allem, der Aufwand, der da betrieben wird, ist beachtlich. Ich find’s – auch wenn’s inhaltlich fragwürdig ist – extrem faszinierend, was die Masse zustande bekommt. Wenn sie nur will.