Deutscher kopiert Sheice Happens

Als der Blogger Michel Roth aus Bern sein BadWord-Filter-Sicheres Wort “Sheice” wieder mal publizierte, rechnete der 34-Jährige IT-Verantwortliche bestimmt nicht mit einem grossen Erfolg. Über Nacht entwickelte sich um das Wort ein richtiger Kult, kurze Zeit später war bereits die Idee für “Sheice”-Shirts entstanden. Einem Deutschen waren die Preise wohl zu teuer und produziert seither seine eigenen “Sheice”-Shirts – ohne Genehmigung der Urheber. Das Original-Shirt wird in einem kleineren Switcher Laden in Luzern bedruckt und ist qualitativ hochstehend, da der Text mit dem langanhaltenden Plotterdruck-Verfahren appliziert wird. In den Kosten für 20.- CHF ist nicht nur das Shirt inbegriffen, sondern auch jegliche Lieferkosten innerhalb der Schweiz. Der Heuchler lässt seine Shirts für den gleichen Preis beim Anbieter Spreadshirt anfertigen und verrechnet für den Transport zusätzliche Kosten. Schlussendlich lohnt sich also die Rechnung nicht, das CH-Original ist wesentlich günstiger als das DE-Plagiat.

Sheice Happens von @lerouge

 

Der in den Social Networks als @lerouge bekannte Berner ist der geistige Urheber des Wortes “Sheice”, der Grafiker David Worni gestaltete die bildliche Hommage an “Shit Happens”. Die beiden leidenschaftlichen Tumblr-Nutzer finden die Kopie nicht besonders schlimm und sehen der Entwicklung eher gelassen entgegen. Mir persönlich geht die Copy&Paste-Kultur manchmal schon ziemlich auf den Keks geht und ein andere Internetuser meint: “Wenn man wenigstens angeben würde, von wo man die Idee geklaut oder übernommen hat, dann wäre  alles nur halb so schlimm!”!

Der Imitator Patrick Steinke ist Mitglied der Deutschen Piraten Partei, welche unteranderem die Lockerung des Urhebergesetztes fordert. Aber gerade seshalb darf sich der aus Nordrhein-Westfalen (D) stammende Blogger nicht einfach den Schweizer Ideen bedienen. Auch wenn der Deutsche keinen wirtschaftlicher Ertrag erziehlt, finde ich sein Vorgehen ohne Rückfrage bei den Urheber trotzdem nicht in Ordnung. Wenn man jedoch das Kopieren von Inhalten, Bilder oder anderen Ideen ganz nüchtern betrachtet, kann man stolz sein wenn jemand etwas von seinen Werken klaut. Es bestätigt die tolle Arbeit und ist eine kleine Wiedergutmachung für die investierten Stunden. Beim Kopieren von Dingen gibt es meiner Meinung nach zwei Typen, den Schwindler (klaut ohne zu Fragen und ohne Quellenangabe) und den Nachmacher (klaut mit Einverständnis und gibt Quelle an). Ich gehöre manchmal auch zu den Klauer, aber zu den Nachmacher.





4 Kommentare

  1. Dass es jetzt Deppen gibt, welche sagen “woah, cool, Piratenparte, die sind gegen Urheberrechte, lass uns alles klauen” oder Zitat des Imitators oben:

    “Pfff … ihr seid ja nicht mal in der EU *fg* – Ich verdien an den T-Shirts doch gar nichts – Ich bin Pirat”.

    Dabei gehts bei den neuen Ideen zum Urheberrecht der Piratenpartei ja sicher nicht darum: http://wiki.piratenpartei.de/Urheberrecht

    Naja, Sheice Happens.

  2. Ja stimmt, er hätte die Quelle nennen müssen. Der rest ist fuckin’ Kindergarten bullshit! Alleine sich die Zeit zu nehmen über diesen Quatsch zu bloggen ist lächerlich! Ein Glück haben wir sonst keine Probleme und ein Glück sind es nicht genau solche Themen wegen denen Blogs immer wieder für irrelevant erklärt werden #F A I L !

  3. Hey, vielen Dank! Mein shirt habe ich gestern in der Post gefunden – super!

  4. Also ich halte es ein wenig wie @dworni. Das sie uns die Idee geklaut haben find ich jetzt nicht weiter tragisch aber das Vorgehen ist wirklich sehr, sehr traurig. Egal, die Originalshirts sind wirklich Klasse!

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