Wenn sich tausende Internet-User in einer Community zusammenschliessen und täglich mehrere Mitteilungen versenden gehören kleine Verhaltensregeln dazu, genau wie die Knigge am Weihnachtsessen mit dem Firmenchef. Mit etwas gesundem Menschenverstand und einem anständigen Dialog hat man bereits die Grundlagen für einen erfolgreichen Twitteraccount gelegt. Einige der ungeschriebenen Regeln möchte ich euch trotzdem nahelegen um nicht gerade beim Beginn sich auf der Plattform zu bewegen alle Follower zu verlieren. Twitter ist trotz diesen paar Knigge und Verhaltensgrundsätze eine Kommunikationsplattform mit deinem ganz persönlichen Kanal, mach also damit was du willst und wie du es für richtig hälst. Lasse dir auch von keinem A-Blogger/Twitterer irgendwelche Regeln vorschreiben wie du zu twittern hast, auch nicht von mir oder sonst jemandem. Wenn sich die Community an deinem Verhalten gestört fühlt, wird sie es dir bestimmt schonend beibringen.
Beim Thema Folgen und Entfolgen kann man eigentlich nichts falsch machen, jedoch sollte man seine Gefolgschaft nicht verärgern oder gar beleidigen. Wenn dir jemandem auf Twitter folgt, solltest du nicht erwarten das der andere User dich automatisch zurückfolgt. Dabei sollte man vor allem öffentliche Diskussionen über das (Fehl-)Verhalten beim Folgen vermeiden, eine gezielte Aufforderung zum zurückfolgen verärgert nur. Die Anzahl der eigenen Abonnenten ist lediglich für jeden User persönlich interessant, das Mitteilen von eigenen Followerzahlen wirkt ehr langweilig und eingebildet. Mit seinen Mitmenschen auf Twitter sollte man in keinem Fall Spielchen treiben, jemanden ständig zu folgen um kurz darauf wieder zu entfolgen kratzt lediglich am eigenen Erscheinungsbild. Seien Followern sucht man am besten nach dem eigenen Interessengebiet aus, aber seinen Horizont zu erweitern und neues zu Lernen hat noch niemandem geschadet.
Den Unmut der Community kann man sich nicht nur mit Fehlverhalten beim Thema Folgen/Entfolgen einhandeln, sondern vor allem mit den eigenen Tweets die man in die weite Welt setzt. Wenn man bereits mit dem Motto “Je mehr Einträge desto besser” in die Twitter Community startet, hat man bereits einen Teil seiner Glaubwürdigkeit verloren, denn mehr als 35 Tweets pro Tag sollten es dann doch nicht sein. Um endlich seinen 10’000 Tweet zu erreichen sollte man auch nicht in Folge zehn absolut belanglose Nachrichten versenden, dadurch könnte man schnell als Spammer abgestempelt werden. Morgendliches Grüssen und das Essen auf dem Mittagstisch ist zwar nett aber interessiert grundsätzlich wenige, interessant macht es erst die Mischung zwischen intellektuellen Mitteilungen und Banalitäten. Das man dabei auf Beleidigungen, Mobbing und Diskriminierung zu verzichten hat liegt wohl auf der Hand, die eigene Meinung sollte man aber trotzdem nicht verstecken.
Beim twittern ist es vor allem wichtig sich nicht mit fremden Federn zu schmücken, übernehme die tolle Nachricht und markiere diese z.B. mit einem via @bireweich. Die Aufforderung seine Mitteilung durch einen ReTweet weiterzuleiten sollte man gezielt einsetzen, bei einem Foto mit der neuen Unterhose macht es wirklich keinen Sinn. Um nicht sein eigenes Gesicht und die Persönlichkeit zu verlieren, sollte man auf wahlloses retweet lieber verzichten und diese mit eigenen Kommentaren ergänzen. Wenn man eine wichtige Information zu verbreiten hat oder einen Link senden möchte, sollte die Mitteilung aussagekräftig wie Headline und der Link in gekürzter Form daherkommen. Mit den Abkürzungen und Schlagworte sollte es man dabei nicht übertreiben, maximal drei Hashtags pro Tweet reichen aus um die Leser genau zu informieren.
Das automatische veröffentlichen von Nachrichten aus einem RSS Feed (z.B. einem Blog) lässt Tweets rasch schal wirken, hinter dem Twittern auf solche Varianten sollte immer noch die eigentlich Person erkennbar sein. Besonders ungeeignet für das publizieren von automatischen Tweets sind Plattformen wie Tumblr oder Formspring, diese schneiden oft die generierten Sätze ab und werden so von den Leser nur als störend empfunden. Twitter ist auf keinen Fall ein Micro-LastFM und nicht zum versenden der Playlist geeignet, ab und zu mal das Lieblingslied mit einem Link zu einem YouTube Video zu versenden geht aber absolut in Ordnung. Ähnlich verhält es sich bei den aufkommenden Geocaching-Diensten und ihren automatischen Tweets, lieber hängt man mit der Location-Funktion seinen Standort an den Tweet an und postet dazu ein nettes Bildchen.
Wer auf der Plattform irgendwelche Geschichten erzählen will oder viele Fortsetzungstweets veröffentlicht, hat den Sinn und das Prinzip dahinter nicht verstanden und sollte aufs Microblogging verzichten und einen Blog eröffnen. Jeder Tweet hat seine 140 Zeichen zur Verfügung und verlangt deshalb nach keiner Fortsetzung, die Follower sehen nämlich oft nur einen Tweet und sind dadurch verwirrt und können der eigentlichen Information nicht folgen. Zudem sollte man Twitter nicht als öffentlichen Instand Messaging Dienst oder Chat missbrauchen, Abhilfe bieten in diesem Fall die persönlichen Nachrichten namens DM. Diskussionen auf Twitter sind zwar oft spannend und aufschlussreich, ab einem gewissen Volumen sollte man aber lieber auf einen richtigen Chat oder Skype ausweichen – die Follower werden es dir nach dem zehnten Tweet ohne persönlichen Bezug danken.
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