Home > Internet > Twitter und Tweets einfach erklärt

Twitter und Tweets einfach erklärt

Die Online Community Twitter wurde praktisch über Nacht zu einem Schlagwort uns ist zurzeit in jedem Schnabel, auf der Plattform wird gezwitschert und gevögelt bis das Häuschen fällt. Dort fliegen Internet-Junkies in wilden Schwärmen umher und bewerfen sich gegenseitig mit halbwegs intelligenten Mitteilungen. Ich lese täglich was meine Bekanntschaften zum Mittag spachteln, wie lange sie auf der Toilette sitzen oder in welchem Zug gerade ein unangenehmer Pendler steckt. Manchmal erscheint ein Foto eines wildgewordenen iPhone-Jünger oder ein Video von einem in die Hosen gegangenen Windows Startup. Twitter ist also etwas Ähnliches wie dieses Facebook, halt nur für die richtig coolen Typen und nicht für die Allgemeinheit gedacht. – Etwa mit diesen Worten versuche ich meinen Freunden das Phänomen Twitter zu erklären, in Wirklichkeit steckt aber viel mehr dahinter als nur blödes Gezwitscher.

Twitter wird oft als sogenannter Microblogging-Dienst bezeichnet, weil die Plattform den Nutzern das Versenden von Nachrichten mit maximal 140 Zeichen ermöglicht. Man könnte die Plattform aber auch als kleines und sehr schnelllebiges soziales Netzwerk bezeichnen, denn die Mitglieder entwickeln sich stetig in ihrer Persönlichkeit weiter. Beim Verbreiten von Informationen spricht man bei Twitter nicht von Mitteilungen, sondern bezeichnet die Nachricht passend als „Tweet“. Diese können von anderen Mitgliedern abonniert und in Echtzeit gelesen werden, auf der Startseite werden daher alle dieser Tweets chronologisch aufgeführt. Um sich ebenfalls ich das fröhliche Zwitschern zu stossen ist lediglich ein Profil auf Twitter.com notwendig, nach dessen Einrichtung begibt man sich mittels Stichwort auf die Suche nach neuen Bekanntschaften. Durch den Dialog lernt man andere Personen kennen und kann einen Schwarm aufbauen.

Die Nachrichten kann man grundsätzlich fünf verschiedenen Formen von Tweets zuordnen, im Verlauf der Mitteilungen kristallisieren sich diese schnell heraus. Mit dem normalen Erzähltweet teilt man seinen Abonnenten (Follower genannt) zum Beispiel mit, was man soeben spannendes erlebt hat oder was gerade in den Medien diskutiert wird. Bei einem Verlinkungstweet sendet man neben den gewohnten Informationen eine Weblink mit weiteren Details mit, dieser kann dabei zu einem Foto oder einer Webseite führen. Möchte man jemand direkt ansprechen oder auf eine Mitteilung antworten, beginnt man den Dialog-Tweet mit einem @ und dem Twittername des Betreffenden (z.B. @bireweich) ein und sendet diesen ab. Mit der ReTweet-Funktion lassen sich Mitteilungen von anderen Nutzern direkt an die eigenen Follower weiterleiten. Mit einer privaten Nachricht wird der Tweet nur der gewünschten Person zugestellt, dazu schreibt man vor den Twittername ein D!

In der Übersicht der abonnierten Leser – auf Twitter Timeline genannt – tauchen immer wieder Hashtags auf, damit bezeichnet man Schlagworte mit welchen man Tweets kennzeichnen kann. Diese bestehen aus dem Rautezeichen und dem zugehörigen Stichwort (z.B. #eishockey), so lässt sich die Suche nach Nachrichten und interessanten Themen wesentlich verbessern. Die Verwendung dieser Tags hat sich aber auch wegen der Zeichenbegrenzung eingebürgert, gelieferte Informationen lassen sich dadurch mit zusätzlichen Informationen ergänzen. Auf der Startseite werden automatisch die am häufigsten erwähnten Hashtags aufgelistet und bieten einen Überblick zu heissen Themen auf der Plattform. Sie werden allerdings auch von vielen Nutzern dazu verwendet um Nachrichten als ironisch zu kommentieren oder die Nachricht einem bestimmten Thema unterzuordnen.

Mit den 140 Zeichen und der Übertragungsgeschwindigkeit erinnert Twitter stark an die SMS der Mobiltelefone, im Unterschied zur herkömmlichen SMS kommuniziert man auf der Plattform jedoch mit einem weitaus grösseren Publikum – nämlich mit dem gesamten Internet. Die Vorteile des neuen Mediums sind aber nicht unbedingt auf den ersten Blick erkennbar und werden zudem von jeder Person individuell wahrgenommen. Eingefleischte Tweeks wie ich schwören hauptsächlich auf die rasante Geschwindigkeit und die Vielfältigkeit der vorhandenen Informationen. Wer das Medium gezielt nutzt und sich in Dialogen mit den anderen Mitgliedern austauscht, findet in Twitter eine moderne Nachrichtenquelle und tolle Möglichkeiten sich zu unterhalten. Durch belanglose Mitteilungen über das Mittagessen oder den aktuellen Standort enthält die Plattform aber oft mehr Geschnatter von wilden Gänsen statt Gezwitscher von intelligenten Vögel!

Auf Twitter tummeln sich neben den vielen Privatpersonen auch Firmen oder öffentliche Einrichtungen, welche die Plattform für diverse Projekte oder als Informationskanal nutzen. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat sich die Vielfält von Twitter im Wahlkampf zu Nutzen gemacht und diverse Firmen haben mit den richtigen Mitteln bereits Millionen über die Seite verdient. Neben den vielen Vorteilen und Eigenheiten des Dienstes gibt es auch Nachteile, wie beim Versand von E-Mails sind Spam-Accounts an der Tagesordnung. Viele Neulinge lassen sich durch die Werbung oder das hohe Informationsaufkommen schnell abschrecken, wer sich länger mit Twitter auseinandersetzt beginnt es jedoch von Tag zu Tag mehr zu lieben. Auf die Frage wer denn bei dem Zwitschern mitmachen soll gibt es keine klare Antwort, am besten meldet man sich an und lässt sich von der Euphorie in die Twittersphäre tragen.

KategorienInternet Tags:

DeliciousFacebookRSS FeedTechnoratiTwitterGoogleLinkedIn


  1. 15. Januar 2010, 10:53 | #1

    Wäre sicher spannend diesen Beitrag in 140 Zeichen zu komprimieren. :-)

  2. 15. Januar 2010, 18:15 | #2

    Moin!

    Das mach Twitter ja gerade aus, dass lange Nachrichten komprimiert werden und wer will, kann sich auch den ganzen Artikel durchlesen.
    Deswegen kann, will und wird Twitter NIE eine Konkurrenz zum Blog oder einer Webseite sein!
    Liebe Grüße
    DocGoy

  1. Bisher keine Trackbacks