Manderindli und Erdnüsschen Geschmack ströhmt durch die Wohnzimmer und die Geschäfte packen die Weihnachstbäume aus. Diverse Bahnhöfe und öffentliche Gebäude hängen hübsche Dekoration auf und verzaubern ihre Besucher mit behaglicher Adventsstimmung. Die ersten Grittibänze schmorren im Backofen und die Menschen überlegen sich passende Geschenke für die lieben Verwandten. Aber nicht nur im realen Leben bereitet man sich auf die Adventszeit vor, auch im Internet lassen sich ab dem 1. Dezember virtuelle Geschenke auf Twitter versenden. Möglich machen dies Blogger Ralph “Pixelfreund” Hutter und Kommunikationsexpertin Leila Summa mit einer eigens dafür entwickelten Plattform – Twichteln nennt sich der Weihnachtliche Brauch auf der Social Webseite.
Alles begann mit einem sogenannten Tweet von Leila Summa auf Twitter, sie überlegte sich den Adventsbrauch Wichteln auf neue Medien wie Facebook zu übertragen. Einige E-Mails und verschiedene Gespräche später wurde das vorweihnachtliche Treiben in Form des Web 2.0 neu erfunden, das verteilen von kleinen Geschenken geschieht ganz einfach online. Von der Idee bis zur vollständigen Umsetzung benötigten Ralph und Leila gerade mal drei Wochen, die Planung und Arbeit aller Beteiligten fand dabei ohne jegliche physische Sitzung statt. Gesponsert und unterstützt wurden die Initianten von der Firma Liip AG, welche eine innovative Webanwendungen für das Projekt baute. Die grafische Benutzeroberfläche der Webseite gestaltete David Worni von der Designagentur Frühjahr aus Burgdorf, der Twitterer stellte seine Arbeit natürlich kostenlos zur Verfügung.
Beim twichteln werden nicht wie beim normalen Brauch teure oder mit hohem Aufwand gebastelte Geschenke in den Briefkasten gelegt. Man setzt deshalb auf atemberaubende Fotos, Links zu tollen YouTube-Videos oder das Vorstellen einer interessanten Person für die erweiterung des eigenen Netzwerkes. Auf der Plattform kann man sich bereits heute mit dem eigenen Twitter-Account für die Aktion anmelden, nach der Auslosung der Twichtel-Paare am 1. Dezember kann das virtuelle Beschenken los gehen. Bis drei Tage nach Weihnachten lassen sich die kleinen Aufmerksamkeiten direkt per privater Nachricht in das Twitter-Postfach senden, erst Ende Monat erfährt man wer einem anonym die vielen Geschenke übermittelt hat. Natürlich darf man die Nettigkeiten öffentlich publizieren und die ganze Welt an den schönen Bescherungen teilhaben lassen.
Das Projekt-Team hat sich keine mengenmässige Ziele oder eine bestimmte Anzahl von Teilnehmer gesetzt, den Erfolg wollen die Initianten rein an der verbreiteten Freude und den erhaltenen Feedbacks messen. Auch wenn in Deutschland und im englisch-sprachigen Raum ähnliche Angebote bestehen, glauben die Twitterer an ihren Erfolg mit der Aktion. Die anderen Seiten setzen im Vergleich zum Schweizer Produkt nicht auf ein rein Twitter-basierendes Konzept mit virtuellen Geschenken. Ich habe mich nach dem Launch natürlich gleich bei der Twichtel-Plattform angemeldet und freue mich auf den Start am nächsten Dienstag. Die Aktion stellt ein Novum in der Online-Welt dar und dürfte wegen der tollen Mithilfe aller Beteiligten weit über die Landesgrenzen bekannt werden. Am besten meldest du dich ebenfalls bei der weihnächtlichen Plattform an und beschenkst deinen Partner mit einem virtuellen Manderindli-Duft oder einer in Photoshop gestalteten Neujahrskarte.
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“Novum” ist relativ. Die Deutschen machens auch: http://www.twichteln.de
Der grosse Unterschied allerdings: Dort ist es mit “echten” Geschenken.
@Thomas, twichteln.de ist auch eine sehr spannende Sache, die wir bei der Konkurrenz-Analyse gesichtet haben. Im englischsprachigen Raum gibts auch noch andere sehr kreative Dinge mit einem IMHO unterschiedlichen Scope. Wir wollten herausfinden, ob in der heutigen Zeit Leute auch einfach Freude an dem oft zitierten “Wissen teilen/schenken” haben. Und deshalb ist der Dienst auch “Twitter only”.